Medien-Forensik: Mikroskopische Begutachtung und Bewertung von gefälschten Bild-/Tonträgern

Der Raubkopiermarkt für physikalisch hergestellte Datenträger ist nach wie vor ein Markt mit hohen Anteilen am Gesamtaufkommen aller gefertigten Datenträger. Der Austausch von Werkzeugen und Maschinen erschweren die polizeilichen Ermittlungsarbeiten gegen Produktpiraterie.

„Die Zahl der gefälschten Produkte, die an den Außengrenzen der Europäischen Union abgefangen wurden, hat sich zwischen 1998 und 2005 verzehnfacht. Nach einer Schätzung der Europäischen Kommission beläuft sich alleine in Deutschland der wirtschaftliche Schaden durch Produktpiraterie und Markenfälschungen auf ca. 30 Milliarden Euro pro Jahr.“ (Brigitte Zypris, ehem. BM Justiz, Galleria/Messe Frankfurt 04/2008.)

Bild-/Tonträger (CD, DVD, Blu-ray) können durch bestimmte Identifikationsmerkmale den Herstellern (Presswerken) zugeordnet werden. Jedoch gibt es auch Möglichkeiten, Datenträger nach ihren physikalischen Eigenschaften zu untersuchen. So sind Dickenverteilungen, Transmissionen oder z.B. Scheibendicken nur einige der Methoden, mit denen eine Aussage über die Charakteristika von Maschinen und Bauteilen getroffen werden kann. Diese lassen wiederum Rückschlüsse auf die Datenträger zu. Ein forensischer Nachweis kann für CDs, DVDs, Blu-rays und Vinylprodukte geführt werden.
Besonders betroffen von solchen Raubkopien oder Identfälschungen sind Importeure und Wiederverkäufer. Dies betrifft sowohl große Verkaufsplattformen im Internet, als auch Einzel- und Kleinsthändler auf z.B. Versteigerungsplattformen.

Die Fragestellung:
Mikroskopische Untersuchung auf individuelle Herstellungsmerkmale in der Bild-/Tonträgerherstellung und der Vergleich mit Referenzträgern.

Auftraggeber:
Staatsanwaltschaft, Polizei; (Gerichtsgutachten im Ermittlungs- und Strafverfahren)

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