Arbeitsphasen und Vergütungsanteile einer Website-Konzeption


Design im Internet entwickelte sich zu einer eigenen Disziplin der Mediengestaltung. Modernes Webdesign wird bestimmt von Usabilitynutzen, responsiven Umsetzungen und funktionellem Social Media. Umgangssprachlich wird von Screendesign oder Webdesign gesprochen und meint damit die klassische „Homepage“, die Website-Konzeption. Die Verwendung unterschiedlicher Terminologien zwischen Designer und Auftraggeber führen nicht selten zu Kommunikationsfehlern in der Zielbestimmung und -umsetzung einer Website.

Kommt es zwischen den Beteiligten zum Streit, wirft der Konflikt regelmäßig viele Fragen auf. Was genau wurde geschuldet und warum konnten bestimmte Aufgabenstellungen nicht zu Ende geführt werden? Wie sind die fertig gestellten Webseitenanteile letztendlich zu vergüten? Wurden Vereinbarungen mündlich oder schriftlich getroffen? Wurden Freigabeerklärungen abgegeben?

Grob kann Webdesign in zwei große Bereiche unterteilt werden: 1. die reine Konzeption und Gestaltung visueller und kommunikativer Anforderungen; 2. die programmiertechnische Herstellung der zuvor erstellten Designvorgaben und Inhalte.

Ein typisches Webprojekt folgt den Ablaufphasen von „Planung“, „Konzeption“, „Umsetzung“ und „Betrieb“. Während die Planungsphase das Briefing, Angebot und Kalkulation umfasst, beschäftigt sich die Konzeptionsphase mit ihren elementaren Bestandteilen von Grob- und Feinkonzeption. Die Konzeption wird vor der Umsetzung einer Realisationsphase erstellt und enthält alle wesentlichen inhaltlichen Merkmale der Auftragsarbeit. Wichtiger Bestandteil der Konzeption und Schnittmenge zur Umsetzungsphase bildet das Designkonzept. Zentrale Punkte des Designkonzeptes sind Gestaltungsidee (Designidee), Originalität und Zielgruppenorientierung.

Die Umsetzungsphase beschäftigt sich mit der Produktion und Realisation von Inhalten (Text, Grafik, multimediale Inhalte) unter Berücksichtigung der Implementierung auf dem Server. Eine Website muss dabei den Bedürfnissen und Erwartungen der Benutzer entsprechend gestaltet sein, damit sie richtig funktioniert und der Erfolg sich einstellt. Zur technischen Realisierung gehören im Besonderen die Beachtung und Umsetzung der Konzeptvorgaben, die Integrität zur Designkonzeption, Menüführung, Navigationsstruktur, HTML-Struktur, Codierungen und Skripte.

Im Vorfeld können Tests mit Nutzern durchgeführt werden, um Akzeptanz und Bedienbarkeit der Website zu prüfen (Usabilitytest). Vor dem offiziellen „Launch“ (Veröffentlichung) der Website stehen zwingend eine Präsentation und Abstimmung mit dem Auftraggeber (Kunde), eventuelle Korrekturen sowie eine Freigabe. Der Betrieb einer Website beginnt mit deren Launch in Verbindung mit einem Marketingplan, SEM (Search Engine Marketing), der Anbindung an soziale Medien sowie z. B. einer Auswertung von Besucherstatistiken.

Ein „idealer“ Kunde hat klare Vorstellungen über seine Ziele, Zielgruppen und Umsetzungen, wägt diese ab und findet optimale Lösungen. Dieser Kunde ist in der Praxis eher selten anzutreffen. Oft führen vorgefestigte Meinungen oder falsche Vorstellungen über den Ablauf der Websiteproduktion dazu, in Lösungen anstatt in Zielen zu denken. Es ist deshalb notwendig, die richtigen Abläufe von Beginn an darzulegen und an diesen stringent festzuhalten. Viele Kunden können sich eine Websiteerstellung erst dann richtig vorstellen, wenn die Ergebnisse visualisiert sind. Es sollten dem Kunden für die einzelnen Phasen der Herstellung wiederholt Vorschläge unterbreitet werden, die zur Zielerreichung führen.

Die Fragestellungen:
Welche Leistungen nach Designvertrag wurden ferftiggestellt, welche standen noch aus? Worin lagen die Ursachen für die ggf. nicht fertiggestellten Leistungen? Sind die fertiggestellten Leistungen nutzbar und brauchbar? Mit welchem Vergütungsanteil sind diese unter Beachtung der im Designvertrag getroffenen Regelung angemessen zu vergüten?

Auftraggeber:
Landgericht (Gerichtsgutachten im Zivilverfahren)